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Kungsleden 7: Abiskojaure - Alesjaure

[caption id=”attachment_100” align=”alignright” width=”210” caption=”Unser erstes Rentier”] [/caption]

Wir wachen um halb Acht vom regen Treiben im Lager auf - alles ist in Packstimmung und wir frühstücken Müsli - direkt aus dem Rucksack, die Tüte ist auf der Strecke des Vortages geplatzt - wir lernen, man kann nie zu viele Tüten dabei haben und empfindliches freut sich über doppelte oder dreifache Verpackung. Das Müsli darf in eine Einkaufstüte umziehen und wir hoffen das diese nun dicht hält. Ich stelle fest das Müsli, Milchpulver und Grüner Tee und Schokoladencreme gemeinsam etwas grenzwertig, aber für Milchmuffel wie mich halbwegs erträglich schmeckt. Wir packen das Chaos im Zelt zügig in die Rucksäcke und sind um halb Zehn wieder auf den Socken.

Der Weg führt durch ein Birkenwäldchen nach oben und wir erreichen nach etwa einer Stunde die Baum- und Nationalparksgrenze - ab sofort darf überall wild gezeltet werden. Der Pfad führt über eine weitere Brücke um bald darauf stetig und recht stramm 200 Höhenmeter zu überwinden. Wir sind froh uns am Abiskojaure noch einmal mit Wasser eingedeckt zu haben, da der Weg nur über kahle trockene Heide führt und der Bach linkerhand unerreichbar durch eine Art Schlucht führt. Nach vier Kilometern machen wir Mittagspause und essen schwedischen Grädost (Käse) mit Salami auf den letzten Resten deutschen Schwarzbrotes - ab sofort gibt es nur noch abgepacktes lang und ungekühlt haltbares, anscheinend aus Körnern gesinthertes Brot - von uns liebevoll “Bastmatte” genannt. Nach dem Essen gehen wir weiter - zunächst über leichte Hügelchen auf und ab, die ersten Rentiere laufen uns über den Weg. Der Weg verläuft nun durch ein Hochtal in welchem ein Fluss mehrere Seen wie eine Perlenkette aufreiht.

[caption id=”attachment_102” align=”alignleft” width=”300” caption=”Blick Richtung Lapporten”][/caption]

[caption id=”attachment_101” align=”alignleft” width=”300” caption=”Sumpfwiesen”][/caption]

Linkerhand führt das Tal über Lapporten wieder zurück nach Abisko, wir folgen dem ausgetretenen Pfaden des Kungsledens gen Süden. Diese folgen dem Talverlauf und bald lässt sich das noch etwa zehn Kilometer entfernte Tagesziel, die Abiskojaure-Hütten erahnen. Wir befinden uns noch immer in einer kargen Heidelandschaft welche von Krähenbeere, Kriechweide und Blaubersträuchern dominiert wird. Carsten wird von den Mücken aufgefressen, ich fahre mit meiner Strategie aus Nordic Summer1 und ignorieren ganz gut - scheint so als ob ich mit meinem Bruder eh das beste Antimückenmittel dabei habe, er zieht die kleinen Blutsauger geradezu magisch an. Zwischendurch wird die Laune immer mal mit einer Schokoladenpause aufgebessert - schon jetzt steht fest das wir viel zu wenig der braunen Masse dabei haben, wir werden wohl unterwegs an einer Hütte zu Apothekenpreisen2 nachkaufen müssen. Der Weg führt inzwischen näher am Ufer entlang, die Heideabschnitte werden immer wieder von sumpfigeren Gebieten unterbrochen welche den grünen Flickenteppich mit Schachtelhalm und Wollgras erweitern.

[caption id=”attachment_103” align=”alignleft” width=”300” caption=”Alesjaure”][/caption]

[caption id=”attachment_104” align=”alignleft” width=”300” caption=”Die Alesjaurehütten von Norden…”][/caption]

Wir erreichen das Nordufer des Alesjaure und entscheiden uns gegen den ab hier möglichen Botstransfair zur Hütte am Südzipfel des Sees - wir glauben die angeblich 120 SEK pro Person lassen sich in Schokolade besser anlegen. So stapfen wir weiter die restlichen 7 Kilometer des lagsam immer feuchter werdenden Pfades welcher teilweise kleinen Flüsschen ein neues, bequemes Flussbett liefert. Gegen halb Acht sind wir an den Hütten und nutzen die Sanitäre “Infrastruktur”.3 Wenige hundert Meter hinter der Alesjaurestuga finden wir einen netten “wilden” Zeltplatz und fallen nach dem Abendessen4 erschöpft in die Schlafsäcke.

[caption id=”attachment_105” align=”alignleft” width=”300” caption=”… und vom Süden”][/caption]

Tag 2 der Tour als KML für Google Earth

[[1]]eine braune Paste auf Buchenteerbasis - riecht wie Lagerfeuer, hilft super, ist aber in Deutschland meines Wissens nach nicht (mehr) zu haben da einige der Inhaltsstoffe bei übermäßiger Anwendung krebserregend sein sollen - aber es handelt sich ja nur um wenige Anwendungen…[[1]]

[[2]]35 Kronen für eine 200g-Tafel Marrabu[[2]]

[[3]]Plumpsklos, zwei 4-Zylinder - trotzdem bilden sich vor den stillen Örtchen Schlangen[[3]]

[[4]]Outdoor-Letscho aus Tomaten- und Paprikamark mit Kartoffelmus[[4]]

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